..ohne viele Worte, das war der Vatertag 2012…..
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Vor langer Zeit, im Erdalter des frühen Devon entstand der bislang einzige Superkontinent. Dieser war also ringsherum mit Wasser umgeben. Dieser eine, gewaltige Kontinent nennt sich Pangäa. Zu dieser Zeit befand sich dort, wo heute Wernborn ist ( und natürlich auch noch ein bischen rundherum) das Devonmeer.
Wernborn lag zu dieser Zeitpunkt 200 Meter unter dem Meeresspiegel – man spricht von einem typischen Schelfmeer. Es lag in einer riesigen, flachen Bucht, des einzelnen Kontinents.
Im Unterdevon, also in der Zeit vor ca. 420 Millionen Jahren, gab es bereits allerlei Leben und Gewürm – aber noch keine Landpflanzen und kaum Muscheln! Die kamen erst später zur Blüte, wobei siezusammen mit den damals dominierenden Brachiopoden (zu deutsch Armfüsser) gemeinsame Vorfahren hatten. Armfüsser heissen die Brachiopoden übrigens deshalb, weil aus ihrem Körper ein elastischer Arm ragt, mit dem sie sich im Untergrund verankern können. Brachiopoden gibt es übrigens heute noch, sie leben bevorzugt in der Tiefsee der asiatischen Meere.
Damals jedoch waren sie die dominierende Tierart und unglaublich vielgestaltig. Hin und wieder ereilte eines der Lebewesen das Schicksal und sie wurden vom Schlamm oder Sand des Meeres umhüllt, nur um dann 420 Millionen Jahre (!) später von mir wieder ausgebuddelt zu werden.
Die Schicht des unteren Devons liegt eigentlich 20 Km unter der Erde, doch hat es vor einigen Millionen Jahren – als das Devonmeer schon längst ausgetrocknet war, eine Hebung des Untergrunds gegeben, die dann (auch) den Taunus entstehen liess.
Dort in der Mitte des ehemaligen Meeres, prallten Millionen Jahre später, im Zeitalter des Perms, zwei neu entstandene Kontinente (Gondwana und Laurussia) aufeinander. So wie es heute in der Alpen der Fall ist, wo die europäische Kontinentalplatte auf die afrikanische trifft und durch die ungeheure Kraft dieses Vorgangs, die Alpen aufgefaltet wurden und es bis heute noch werden.
Keiner war dabei, aber man vermutet, dass der Taunus einst als Teil des gewaltigen variszischen Gebirges bis zu 4000 m Gipfelhöhe hatte. Die folgenden Jahrmillionen trugen dann die oberen, schwächeren Schichten ab, bis die Rümpfe des Gebirges – der heutige Taunus – übrig blieben. Der harte Quarzit widerstand der Erosion, dem Wind und Wetter am längsten. Aber auch er wird eines Tages abgetragen und der Taunus eingeebnet sein. Dann kann man endlich auch hier mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
Die Brachiopoden sind daher häufige Fund eim Taunus und insbesondere bei Wernborn, wo die ältesten Schichten des Devons liegen.
Es gab auch weitere Tierarten, erste primitive Panzerfische, mannsgroße Seeskorpione, Trilobiten und bizarre Seelilien. Tiere, die wie Pflanzen aussehen, aber fünf Arme haben und auch laufen können. Zumindest die Seelilien, die es heute noch gibt, können dies zum Erstaunen des Betrachters.
Durch die ungeheuren Kräfte, die im Inneren der Erde bei dem Prozess der Hebung wirkten, sind die meisten Fossilien aus Wernborn jedoch schief und verdrückt. Auch gibt es praktische keine großen, vollständig erhaltenen Fossilien.
Quallen gab es damals übrigens auch schon. Sie sind ca. 600 Millionen Jahre alt und werden uns noch lange überleben…
Das Schöne an den Fossilien aus dem Usatal sind jedoch der quarzige Kristallüberzug (wenn man Glück hat) der sie wie von Diamanten besetzt im Licht funkeln lässt. Und dann ist da noch die Erfurcht vor dem Überdauern der Zeit. Was wird von einem selbst noch in 420 Millionen Jahren zu finden sein?
Nur eins von 1 Millionen Individuen wird übrigens im Schnitt fossiliert und zu Stein.
Der erste Stein oben zeigt sogenannten Brachiopodenschill oder Brachiopodenpflaser – eine durch die Strömung zusammengetragene Ansammlung einer maritimen Lebensgemeinschaft. Es ist wie ein Foto, dass vor über 400 Millionen Jahren in Wernborn geschossen wurde – wären wir an diesem Tag in diesem jungen Weltmeer getaucht, hätte wir die Schalentiere noch mit eigenen Augen sehen können.
Brachiopoden unterscheiden sich übrigens von Muscheln dadurch, dass sie eine untere und eine (meist nicht symetrische) obere Klappe haben, während Muscheln eine linke und eine rechte (meist symetrische) Seite haben. Beide Arten leben also um 90° versetzt.
Wieder was gelernt für den nächsten Waldspaziergang: Es sind Brachiopoden – keine Muscheln da am Wegesrand!
Und.. in Wernborn liegt die Wiege des Lebens im Devon. Gut, nicht nur in Wernborn aber auch dort und in der Umgebung. Die flach ansteigende Küste, die idealen Lebensbedingungen im flachen Meer, schufen die Voraussetzungen für den Gang des Lebens ans Land, zunächst die Pflanzen, dann die Tiere. Die riesige Bucht war das quirligste Gebiet auf diesem Planeten. Wissenschaftler untersuchen heute noch mithilfe der Brachiopoden die Umweltveränderungen dieser Frühzeit des Lebens. Dies ist möglich, da die Tiere auf kleine Veränderungen der Umweltbedingungen wie Temperatur, Strömung, Nahrungsangebot usw sehr schnell durch Anpassung reagieren und dieser Prozess es uns ermöglicht, uns ein Bild von den damals herrschenden Verhältnissen zu schaffen. Die Brachiopode ist daher zwar unscheinbar, jedoch das Leitfossil für die gesamte Epoche. Sie sind überall verbreitet, sehr anpassungsfähig und reproduzieren sich dafür auch schnell genug.
Es ist daher kein Zufall, dass wir in Marokko ähnliche Funde vorliegen haben wie im Taunus. Die dort am häufigsten anzutreffenen Erdschichten, sind eben auch aus dem Devon, wenngleich zumeist einige Milliönchen Jahre jünger, allerdings oftmals aus besser überliefertem Material, so dass die Fossilienfauna wesentlich reichhaltiger ist.
Ein Rätsel ist es allerdings bis heute geblieben, warum sich hier im Hintertaunus, praktisch keine Trilobiten Fossilien finden. Vielleicht war die hier aufgeschlossene Meerestiefe nicht ihr bevorzugtes Gebiet. Vielleicht aber erkennen wir sie einfach nicht, da sie anders oder garnicht fossiliert wurden. Trilobiten hatten im Gegensatz zu z.B. Barchiopoden oder Muscheln, aber auch Seelilien einen chitinhaltigen Panzer, während die hier anzutreffendne Fossilien allesamt kalzitische Schalen – also aus Kalk- besaßen. Vielleicht hat das Chitin die Malträtur im Erdinneren nicht überstanden..
Übrigens haben Fossilien aus dem Taunus schon mehrfach den Eingang in Museen gefunden. Ein guter Kenner der Fazies ist Dr. Jansen Leiter vom Paläozoologischen Sektion vom Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitut. Er hat in seinen Dokorantenjahren, zahllose Felsen um Wernborn und im Weiltal mürbe gekloppt und ihnen ihre Geheimnisse entlockt. Im Senckenbergmuseeum selbst, kann man zahlreiche Versteinerungen aus dieser Zeit und dieser Gegend bewundern. Links runter vom Saal mit den großen Dinosaurieerskeletten finden sich einige – vielleicht sogar Wernborner.. Nachsehen lohnt, man kann ja auch sonntags mal in Frankfurt statt in Wernborn spazieren gehen!
Wer sich für das Thema interessiert und im Taunus bleiben möchte, der statte doch mal der Kuhbachhöhle einen Besuch ab. Nicht vergessen, im Anschluß auch das dortige kleine Museeum zu besuchen. Dort gibt es zahlreiche Fossilien aus unserer Gegend zu besichtigen.
Und auch im Hessenpark bei Neu-Anspach gibt es in einem Haus eine ganze Ausstellung zur Geologie des Taunus und seine Fossilien.
Veröffentlicht in Fische, Fossilien, Geschichte, Pflanzen, Tiere | Schlagworte: brachiopode, devon, fossilien, fossilien taunus, Taunus
Die Blindschleiche, jeder kennt sie und jeder meint so viel über sie zu wissen. Sie sieht zwar aus, wie eine Schlange, ist aber in Wahrheit eine Eidechse, deren Beine im Laufe der Zeit verkümmert sind. Zu erkennen sei dies an den Stummeln, die man an ihrem Skelett noch finden würde.
Nun, ganz so ist es nicht, denn die Wissenschaft ordnet die Schleichen – die es überall auf der Welt gibt – mittlerweile fast selbstständig zwischen den Echsen und den Schlangen ein. Die angeblichen Stummel finden sich auch nicht auf dem Röntgenbild. Die Schleiche ist halt ein Reptil, dass ohne Beine auskommt, aber auch keine Schlange ist.
In der Evolution bezeichnet man das Auftreten gleicher Merkmale zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder bei verschiedenen Arten als Konvergenz. Für die Blindschleiche hat es sich halt einfach als besser erwiesen ohne Beine auszukommen. Sie schlängelt wie eine Schlange und ernährt sich in Wernborn und Umgebung hauptsächlich von Nacktschnecken und kleinen Insekten. Sie kann bis zu 40 cm lang werden und liebt dunkle, feuchte, aber auch warme Verstecke, in denen sie sich tagsüber aufhält und aufwärmt. Das kann unter einem geeigneten Stein oder in altem morschen Holz sein. Die Blindschleiche steht unter Naturschutz. Sie ist nicht wirklich selten, war früher auf dem Land und vor allem im Wald jedoch wesentlich häufiger anzutreffen. Sie tut keinem etwas und ist nicht giftig. Wenn man sie hochhebt, rollt sie sich jedoch um die Hand des Angreifers und sondern einen unangenehm riechendes Sekret ab.aus ihrem Hinterteil ab. Beissen kann sie auch, aber nicht wirklich schmerzhaft. Am besten lässt man sie in Ruhe und wenn man sie umsetzen muss, kann man sie meist ganz bequem mit einem Stock aufladen und an einen anderen Ort verfrachten.
Gefährlich werden der Blindschleiche fast alle Vögel. Mäuse und leider auch Katzen. Trotzdem gibt es an sonnigen Hängen um Wernborn herum zahlreiche Vertreter, auch in den Gärten und Wiesen, so dass wir uns um den Fortbestand keine Sorgen machen müssen.
Jetzt, wo es beginnt warm zu werden, erwachen die Blindschleichen aus ihrer Winterstarre und kommen heraus.
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Gestern schneite es in Wernborn kräftig, während es in Usingen nur regnete – da kann man es mal wieder sehen, wie weit weg das doch ist. Den Pferden am Talhof schien das Wetter nichts auszumachen, doch so ganz glücklich sahen sie beim Schneeregen dann auch wieder nicht aus.
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Zweimal die Ansicht vom Ortsausgang Wernborn Richtung Eschbach. Einmal Mittags und dann nachmittags. So schnell kann das Wetter umschlagen. In der Nacht dann gab es ein Glatteis, wie man es selten erlebt, der Usinger Regen gefror und in Wernborn nun da war wie immer kein Schneedienst gewesen. Vielleicht wissen die auch gar nicht wo Wernborn liegt….
Zu guterletzt ein Blick in Richtung des gescholtenen Usingens entlang der Bundesstraße. Hier noch die Ansicht auf die eingeschneite,verträumte Schlossermühle. Ein wenig Winter hatten wir jetzt – die Beschwerde von letzter Woche kam wohl an.
Veröffentlicht in Gebäude, Pferde, Scheunen, Wetterlage
Wen die Wehmut plagt: Hier habe ich noch ein paar Bilder vom Januar 2011 ausgegraben, der Schneesturm “Petra” war noch allen in guter Erinnerung.
Die Usa bei der Schlossermühle an der der B475 frostig, eisig garniert. Die kleine Spaziergängerbrücke hatte gerade den alten morschen Übergang aus Holz ersetzt.
Der Winter soll dieses Jahr übrigens ganz ausbleiben. Zu dieser Langzeitvorhersage haben sich einige Wetterforscher durchgerungen, die meinen, dass die Härte des Winters vom El Nino Phänomenen abhängt, das jedes Jahr unterschiedlich stark das Weltwetter beeinflusst.
Wir wissen natürlich schon längst, dass das Wetter mal so und mal so verläuft, dazu braucht es keine Wissenschaft. Interessant trotzdem der Vergleich der Bilder.
Hier drunter nun ein Bild der Usa, von der Fußgängerbrücke bei Wernborn aus in Richtung Kransberg/Langenhain/Bad Nauheim blickend aus dem aktuellen Januar 2012:
Und wir sehen, das Wasser ist eine schmutzig-trübe Brühe, statt des klaren Winterwässerchens letztes Jahr. Der Pegel ist höher und das Ganze wirkt einfach nicht so malerisch. Aber was soll´s, ändern können wir es nicht und vielleicht kommt der Schnee ja doch noch…
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Regen stürmt ums Haus. Die braunen Schlammfluten überschwemmen Äcker und Wiesen in den Furchen der Täler und treiben auf der Usa und dem Maibach in Richtung Rhein..
Schöne Impressionen aus Wernborn gibt es trotzdem. Hier sind die neusten Bilder.
Veröffentlicht in Fachwerkhäuser, Pflanzen, Scheunen, Wandern, Wetterlage | Schlagworte: Bank, Fotos, schuppen, Wernborn, Wetter, Winter, Winter im Taunus
Dieses Jahr gab es bislang keinen richtigen Winter. Wer sich die Artikel aus dem Vorjahr anschaut, der sieht wie Wernborn damals eingeschneit war. Diesmal ist es anders. An Weihnachten hatten wir um die 14° C. Silvester war weitgehend trocken, aber eben auch viel zu warm. Ein nass-kaltes Wetter mit Dauerregen begrüßt uns vor der Tür. Zum Wandern nicht schön, aber der Regen reinigt die ohnehin schon sehr saubere Luft des Taunus. Daher an alle die, die mit dem Atmen Beschwerden haben: Raus an die Luft und einen Schirm und feste Schuhe mitgenommen, dann geht das schon und gesund ist es obendrein!
Veröffentlicht in Wetterlage | Schlagworte: Weihnachten, Wetter
Warum nur einmal ernten, wenn es doch zweimal pro Jahr geht?
Hier rollt der Mähdrescher am Bangarten ein letztes Mal in diesem Jahr und mäht das Feld zu Stoppeln. Das gute Wetter wird genutzt um die Ernte trocken ins Silo zu bringen.
“Früher” waren die Kornfelder noch so hoch, dass sich die Kinder dort verstecken konnten. Das war aber auch nicht ungefährlich, hin und wieder kam es da zu schweren Unfällen, weil sie im hohen Korn nicht zu sehen waren. heute haben moderne Getreidesorten eine so niedrige Wuchshöhe, dass selbst die Kaninchen sich dort nicht mehr verstecken können. Man sieht´s auf dem Bild an denen im Vordergund noch ungemähten Getreide.
Auf einem Bild sieht man wie der dichte Nebel rund um Angelteiche zwischen Wernborn und Maibach zwischen die Bäume und Felsen kriecht. Schauderlich…
Veröffentlicht in Landwirtschaft | Schlagworte: Mähdrescher
Heute wurde der neue Roman Sonnennacht veröffentlicht. Er ist bislang nur als ebook, exklusiv für das Kindle bei Amazon erhältlich. Das würde wohl kaum auf diesem Blog eine Erwähnung finden, wenn er nichts mit Wernborn zu tun hätte. Hat er aber doch!
Eine der 5 Handlungen spielt nämlich genau dort – in den Wäldern zwischen Wernborn, Eschbach und Kransberg.
Der Förster Willibald, geht dort seiner Arbeit nach und macht eines Tages einen merkwürdigen Fund, den er leider mit nach Hause nimmt…
Auch Kransberg selbst, ist eine ganze Geschichte gewidmet, düster und gruselig ebenfalls.
Ihr merkt schon, “Sonnennacht” ist kein Heimatroman und auch kein Taunuskrimi. Der schwarze Wolf taucht auf und auch eine böse Hexe. Es ist ein düsteres Buch, eine Art “moderne Grimms Märchen”, der das Ende der Menschheit zum Thema hat. Genau das soll nämlich in dem Dörfchen mit dem Bär im Wappen, seinen Ursprung haben – wenn es nach der Geschichte geht. Starke Polarlichter, die nachts hell leuchten, bergen die unheimliche Gefahr – Strahlung.
Wie aus dem Nichts verändert sie Mensch und Natur und lassen sie wie im Rausch Dinge tun, zu denen sie sonst nie fähig wären. Wer jetzt für den Urlaub noch etwas gruseliges, aber auch Nachdenkliches zum lesen sucht, der findet hier genau den richtigen Stoff. Das ebook ist DRM-frei d.h. es kann auf allen Geräten gelesen werden, so auch auf dem Handy am Strand oder am Laptop. Und wem das Blog gefällt, der will vielleicht noch mehr lesen vom selben Autor
Für Kinder ist das Werk übrigens nicht geeignet, dazu sind die geschilderten Beschreibungen von Sex und Drama zu deftig.
Ansonsten ist die “Achterbahn der Gefühle” ein Spektakel, bei dem es heißt: Anschnallen und tief Luft holen!
Veröffentlicht in Geschichte, Menschen, Neues | Schlagworte: Feuchtgebiete, Moderner Heimatroman, Modernes Märchen, Schoßgebete, Sonnennacht, Taunuskrimi
Heute mal etwas aus meiner alten Heimat, Leihgesten (Laasten) bei Gießen:
Mein Leibgericht ist der Schmandkuchen.
Was ist echter hessischer Schmandkuchen?
Schmandkuchen ist in Mittelhessen bekannt und beliebt. Im südlichen Hessen allerdings, versteht man etwas anders darunter. Dort ist der Schmandkuchen süß, manchmal mit Rosinen gespickt und wird kalt gegegessen. Tückisch: Der Schmandkuchen den die Darmstädter verspeisen sieht in der Auslage des Bäckers fast genauso aus, wie der den es im Vogelsberg gibt – aber er ist eben süss und ohne Speck.
Der mittelhessische Schmandkuchen, dagegen ist etwas ganz anderes ( Aussprache: Schmondkoché).
Es gibt von Dorf zu Dorf unterschiedliche Bezeichnungen für die leckere, herzhafte “Hessenpizza”. Salziger Schmandkuchen, Schmandjes, Kartoffelkuchen und einiges mehr wird er genannt.
Wie so oft, bei typischen Regionalgerichten in aller Welt, handelt es sich um ein Arme-Leute-Essen, diesmal aus den Resten des Backtages.
Früher, als es noch keine Bäckereien gab, buk man das Brot einmal die Woche gemeinschaftlich im Backhaus. Jede Familie hatte also ihren Anteil am Teig und daraus wurden dann die Brote gebacken.
Von dem , was vom Teig übrig blieb, wurde dann der Schmandkuchen hergestellt. Da dies ein Arme-Leute-Essen war, waren die Zutaten schlicht. Abgesehen vom saueren Brotteig kamen noch gedrückte Kartoffeln hinzu und etwas Speck zur Garnierung und Salzung.
Wie schmeckt der Schmandkuchen?
Der echte hessische Schmandkuchen wird heiß gegessen und ist eine sehr nahrhafte und sättigende Speise. Man braucht allerdings auch gute Zähne, denn der Boden ist so hart wie der frische Kanten eines Brotes.
Heutzutage würde man eine solche Speise verdächtigen, dass sie Geschmacksverstärker benutzt – dem ist in gewissen Sinen auch so. Der saure, salzige Geschmack und das Fett des Schmands sortgen für dauerhaften Speichelfluß und der Esser kann sich kaum satt kriegen, bis der Bauch spannt.. Lecker!
Den Schmandkuchen gab es daher übrigens nur donnerstags, weil früher an diesem Tag gebacken wurde und später dann diesem Tag der Bäcker den Brotteig für jedermann abgab. So ist der Schmandkuchen eigentlich ein typisches Donnerstagsgericht, wird aber natürlich heutzutage auch an anderen Tagen angeboten. (So wie die Beerdigungsbrötchen, die es eigentlich früher nur samstags gab)
Hier die Zutaten für ein Blech:
Das alles zu einem Teig vermengen. Nicht zu fein, es können ruhig stecknadelkopfgroße Kartoffelstücke bleiben, Die geben dann etwas “Biss” und der Teig läuft später nicht weg.
Das ganze bei 200° ca. 1 Stunde im Backofen backen.
Das Rezept stammt von meiner Mama, die hat es ziemlich unverändert von der Oma Toni übernommen. Die Oma Toni hatte früher noch den Tipp, dass es für den Geschmack wichtig ist, in welchem Ofen man den Schmandkuchen backt. Sie hatte so einen uralten Elektroofen und da wurde der sehr lecker ( Die Kruste sollte oben schon sehr dunkel werden, fast schwarz).
Am besten wird der Schmandkuchen aber natürlich – im Ofen des Backhauses…
Veröffentlicht in Essen und Trinken, Geschichte
Die letzten verregneten Tage weichen der strahlenden Sonne und sommerlicher Hitze. Jetzt ist die Zeit für Schwimmbad und Liegewiese. Auf den Felder, da warten der Raps und das Korn auf die Ernte. Für die Pferde ist es schön, für die Menschen sowieso.
Die Farbe der geflochtenen Mähne dieser Blondine passt auch gut zum Feld dahinter…
…so sind sie halt die Frauen, Hauptsache gut aussehen, ob man unter dem Schopf noch was erkennen kann – egal. Aber Pferde müssen ja schliesslich kein Auto fahren.
..der Wind treibt hier die Halme des Kornfeld so wie die Wellen aus einem Meer aus Stroh..
An einem Felsen im Wald, nah des Quarzitwerks herrscht dagegen Ruhe.
…
Feld und Wald dampfen die Feuchtigkeit der häufigen Platzregen aus.
Graue Wolken werden über den Himmel gejagt.
Die Natur ergrünt nun endlich und der Durst des Waldes wird gestillt.
Die Pflanzen im Wald und auf den Felder zeigen jetzt blaue, violette und rote Blüten.
Die Engelstrompete ist besonders schön.
Die Bilder zeigen die Umgebung des Hausbergs bei Butzbach und den Wald bei Maibach.
Veröffentlicht in Pflanzen, Sehenswertes | Schlagworte: Regen im Wald, Wernbon
Im Juni dominiert eigentlich das satte Grün der Bäume und Sträucher die Natur im Taunus. Aber weil es dieses Jahr so wenig regnet, ist auch immer mehr das Braun der verdorrten Pflanzen zu sehen.
Auf den Äckern rund um Wernborn tut sich nicht viel, man wartet auf den erlösenden Regen.
Dafür gibt es dieses Jahr kaum Mücken und Fliegen bisher, die finden keine feuchten Brutstätten in diesem heißen Sommer.
Die Weg sind staubig, die Erde ist hart wie Stein und Risse tun sich überall auf. Aber wem´s zu warm ist, der soll sich doch einfach mal die Bilder aus dem kalten Winter anschauen.
Der Mensch ist halt nie zufrieden, mit dem wie´s ist.
Der kleine Käfer schon. Besonders wenn die wenigen Pferde die auf den Waldwegen lang reiten auch mal was fallen lassen. Dann wird es zum Fest für die Krabbeltiere und weil es Juni ist, sind es natürlich die Junikäfer. Zu Tausenden bevölkern sie zurzeit die Waldwege. Ganz so, als ob es ihre eigenen wären.
Brigitte und Sunny geniessen den Tag im Wald, obwohl die wenigen Fliegen die Pferde zur Zeit arg plagen. Aber dafür ist es ruhig, die Luft klar und rein und besser als daheim im Stall ist es allemal.
Wer es durfte, sagte sich von Gattin und Kindern zuhause los und jagte am Vatertag den Fischen nach. Aber auch die ein oder andere Frau wurde am Angelteich in Wernborn gesichtet.
Der Taunus verfügt bekanntlich über sehr wenige Gewässer, daher gehört das Angeln nicht gerade zur Paradedisziplin. Trotzdem, wer gerne angelt und die schönen Natur geniessen möchte, der sollte mal in Wernborn am Angelteich vorbei schauen.
Marco, der den Teich betreibt war an diesem Tage leider krank, wir wünschen gute Besserung!
Nach der Wanderung zu den Anglern, ging es zurück durch den Wald und in die Usaklause zum Franz für ein ordentliches Rumpsteak mit Pfeffersoße. Könnte nicht jeder Tag Vatertag sein?
Veröffentlicht in Essen und Trinken, Fische, Tiere, Wandern | Schlagworte: Angeln im Taunus, Wandern im Taunus
Blau,Gelb und Grün sind die Farben des Monats Mai in Wernborn im Taunus.
Der Raps blüht leuchtend Gelb, die Wiesen sind grün und der Himmel strahlt im schönsten Blau. Es ist leider immer noch sehr trocken und hat seit Wochen nicht mehr richtig geregnet.
Viele verwechseln die Marienkäfer mit Maikäfern. Vielleicht weil sie im Mai herauskommen ?
Veröffentlicht in Pferde, Pflanzen, Tiere | Schlagworte: Kaugummiautomat, Mai, Marienkäfer, Raps, Sonnenuntergang
Von Pfaffenwiesbach aus geht es heute in kleiner Gruppe durch den Wald. Vorbei an der 300 Jahre alten Kapelle im Wald.
Zum wohlverdienten Kühlen der Kehlen geht es dann in´s Restaurant Waldgasthof Schloßblick.
Herrliches Wetter und gutes Essen sorgen für einen gelungenen Wandertag. Die Route war nicht lang. Nach einer halben Stunde ist man bereits am Ziel. Sie ist trotzdem abwechslungsreich mit Hügeln und Tälern, Bachläufen und viel Wald. Am Ende dann der Blick auf´s Kransberger Schloss, die alte Kirche und das Dorf im Tal. Ideal ist auch das Höhenprofil, es geht stetig bergab.
Eine ideale Strecke für Wanderungen mit Kindern oder den der nicht gut zu Fuß ist, trotzdem aber bei etwas Bewegung die gesunde, saubere Luft geniessen will.
Am besten ruft man vorher an, reserviert einen Tisch oder bespricht schon mal das Essen. Die Preise sind moderat, die Küche gutbürgerlich mit einem Schuss Frankfurter Flair. Es gibt z.B. frische Salate und Steaks und eine Suppe des Tages. Kinder und Seniorenteller werden ebenfalls auf der Karte geführt.
Von der großzügigen Terrasse aus hat man einen weitläufigen Blick über das unten liegende Dorf, sein Schloß und die alte Kirche. Im malerischen Ort nutze man die Kulisse in diesem Jahr für einen Tatort. Kransberg ist ein Taunusdorf wie aus dem Bilderbuch.
Hier ist die Telefonnummer vom Waldgasthof Schlossblick: 06081 5770 88 und die Website mit mehr Informationen www.waldgasthof-schlossblick.blogspot.com. Wem´s dort gefällt, der kann auch gleich preiswert übernachten, denn ein Fremdenzimmer gibt es ebenfalls.
Veröffentlicht in Burgen und Schlösser, Essen und Trinken, Gebäude, Wandern | Schlagworte: 1.Mai Wanderung. Gasthaus im Taunus, essen und Trinken im Taunus, Kransberg, Maiwanderung, Pfaffenwiesbach, Wandern, Wandern im Taunus
..und natürlich das Blau des Himmels. Das Grün von Gras und Baum ist noch ein zaghaftes blass-grün.
Da wo die Sonne in Wernborn den ganzen Tag scheint, so wie auf dem Banggarten, da wächst und gedeiht es besonders früh und kräftig. Das satte Gelb des ersten Löwenzahns und anderer Blüten und das Weiß der Apfelblüten bestimmen das Bild. Jetzt kommt bald noch der Raps hinzu, der mit seinem grellen Gelb alles golden einfärben wird.
Aus Landwirten werden so die Scheichs vom Ort . Kamele gibt es in Wernborn ja schon. Mal sehen, ob es demnächst auch Beduinenzelte im Neubaugebiet gibt.
Erinnert ihr euch noch an die Bank vom kalten Winter? Sie steht jetzt im Schatten des blühenden Baums und sieht schon viel einladender aus.
Auch die Badewanne auf der Pferdekoppel läd bald zu einem kühlen Päuschen auf der Wanderung ein – wenn der Hengst auf der Weide nichts dagegen hat…
Veröffentlicht in Pflanzen, Sehenswertes | Schlagworte: Pferdekoppel mit Badewanne, Pusteblume, Wernborn
So gefällt es Mensch, Tier und Gesträuch-
Schaut her, ein lauer Tag erwartet Euch!
Die Sonne strahlt, am Himmel lacht,
bis daß auch sie taucht in die Nacht.
Der müde Wanderer ruht auf seiner Bank,
zu Roß den Reiter freut´s : ” Gott sei Dank”.
Die Bienen, die tun fleissig ihre Pflicht,
warum, weshalb? Man weiss es nicht.
Der Winter, der ist nun passé,
Die Kälte fort und auch der Schnee.
Und in Wernborn, da fährt ganz wacker,
der Bauer Fritz auf seinen Acker.
Für Grillwurst hat er heut’ keine Zeit.
Schnell auf die Wies’ und ausgestreut!
Denn Vogelzwitschern, warmes Licht,
die fülln zuhaus´ die Bäuche nicht.
So ist dem einen, diese Zeit,
ein Geschenk, das jeden hoch erfreut,
von des Winter´s Trübsal ihn befreit.
Dem andren jedoch, ist es Geläut:
“Raus auf die Wies’ und mäh noch heut!”
Man könnte meinen, Wernborn liege im wilden Kurdistan, wenn man die Kamele und Lamas sieht, die dort auf der Wiese weiden. Aber Kamele, die gibt es ja auch in der Stadt, auf manchem Amt und anderswo.
An so einem Tag, geht der Papa mit dem Sohn auch mal zu den Eschbacher Klippen und übt das Klettern. Man muss also nicht bis in die Alpen fahren. Eschbach ist der Nachbarort von Wernborn – man könnte sagen ein Vorort – und bekannt für seine Quarzitklippen.
Viel mehr und schönere Klippen und Felsen zum Klettern gibt es eigentlich in Wernborn – aber zum Glück weiss das ja keiner und es wird auch nicht verraten!
Über das Wetter kann man sich derzeit nicht beschweren. Blauer Himmel, pralle Sonne und ein kühles Lüftchen. Der Franz von der Schenke räumt schon mal die Gartenstühle vors Lokal. Langsam weicht das triste Grau der Natur einem zarten Grün. Bunt wurde es an einigen Stellen, dank Veilchen und Flieder schon ein paar Tage früher. Jetzt blüht alles auf.
Wer den Lupo – auch Luigi genannt – nicht kennt, der pennt. Bei diesem Wetter lässt es sich hervorragend mit der Kreidler zur Arbeit zu fahren. Etwas Proviant hat man auch dabei, denn wer weisst wie lange der Weg dauert und wo er einen heute noch so hinführt.
Das Kreidler auch eine Harley Davidson herstellte, wußte ich bisher nicht, aber vielleicht ist der Lupo auch unter die Rocker gegangen.
Ansonsten schwirren die Bienen – aus dem letzten Jahr – eifrig um die ersten,frühen Blüten. Lange werden sie nicht mehr leben. Es wird aber genügend Zeit sein, um ein neues Königreich zu gründen und den Kreislauf neu zu beginnen.
Auch die Pferde in Wernborn, die Karnickel und selbst die Hühner freuen sich über den Freigang in der Sonne. Die Kinder auch.
Aber seht doch selbst…
Fast könnte man meinen, der Mai sei gekommen. Aber dann ist es nur ein kurzes Gastspiel, von Sonne und warmen Lüftchen. Ich nutze den Tag, um mittags eine Wanderung in den Wald zu unternehmen. Entlang am Betzenberg und dann rüber zur Usa.
Die frühblühenden Blumen, an einem abgerissenen Haus, sind ein Gruß aus der Vergangenheit. Die letzte Bewohnerin, des vor 300 Jahren erbauten Fachwerkhauses, hat sie vielleicht noch gesät. Die verbleibende Ruine hat vieles erlebt und gesehen und vielleicht erwacht sie ja demnächst mit renoviertem Obergeschoss zu neuem Leben.
Die Natur hat ihren grauen, grünlich-blassen Mantel an und steht geradezu davor in Farben und Blüten zu explodieren.
Die ersten Reiter führen ihre Pferde auf den aufgeweichten Waldwegen aus und wer weiss – vielleicht kehren sie danach ja zur Tränke in die Usaklause ein?
So schliesst sich der Kreis vom Kommen und Vergehen, jedes Jahr aufs Neue.
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